Allgemein Andacht Bibel

An(ge)dacht – Der Stau deines Lebens

Der Sommer ist da. Die Urlaubszeit beginnt. Und wie jedes Jahr ist es dasselbe auf Deutschlands Straßen: Stau, soweit das Auge reicht. Laut einer Studie des ADAC ging es im letzten Jahr auf den Straßen schleppender voran, als je zuvor. Woran das liegt? Es gibt immer mehr Autos und Baustellen. Zwanzig Prozent mehr Stau als im Vorjahr, und auch für dieses Jahr sind die Aussichten nicht gut. Besonders diejenigen von uns, die in Nordrhein-Westfalen unterwegs sind, werden wieder merken, dass dieses Bundesland die Staustatistik anführt.

Staus gibt es nicht nur auf Straßen. Auch in unserem Leben stecken wir manchmal im Stau fest. In Situationen, in denen es weder vor noch zurück geht; wo Probleme, Sorgen, Trauer und Fragen unseren Weg verstopfen; wo unser Mut und unsere Lebensfreude leiden. Es gibt Kranke, die einen Hoffnungsstau erleben oder die Vielbeschäftigten, die im Zeitstau feststecken. Manch einer kämpft mit einem Finanzstau, oder jemand steckt in einem Beziehungsstau fest.

Egal, welcher Stau es in deinem Leben sein mag. Keiner von uns steckt gerne fest. Staus sind ärgerliche Hindernisse auf dem Weg zu unseren Zielen. Wir bleiben ungern tatenlos sitzen, während das Leben an uns vorbeizieht. Ungeduldig wünschen wir uns, dass es schnell und sicher weitergeht.

Diesen Wunsch hatte auch eine Frau aus Samarien, der Jesus eines Tages an einem Brunnen begegnet. Niemandem im Dorf ist entgangen, dass diese Frau in einem Beziehungsstau feststeckt. Sie sehnt sich nach einem verlässlichen Partner, doch bisher ging es immer schief. Fünf Männer haben sie bereits verlassen, und nun lebt sie mit einem sechsten zusammen. Während der größten Hitze des Tages schöpft sie Wasser – wohl um den herablassenden Blicken der anderen Frauen auszuweichen. Andere reden hinter ihrem Rücken über sie, und darum geht sie ihnen lieber gleich aus dem Weg.

Als Jesus die Frau anspricht, ist sie überrascht. Denn gewöhnlicherweise sprechen Männer und Juden – und Jesus war offensichtlich beides – keine samaritanischen Frauen an. Zudem weiß er auch noch von ihrem Beziehungsstau. Jesus bietet ihr Wasser an, das nie wieder durstig macht. Zunächst meint sie, dass Jesus von Trinkwasser spricht. Doch schnell begreift sie, dass er von ihren Problemen und ihrer Sehnsucht nach erfülltem Leben redet. Jesus sagt ihr, dass er der von Gott versprochene Retter der Welt ist. Bewegt von diesen Worten läuft sie zurück ins Dorf und erzählt dort von ihrer Begegnung. Sie wird zum Zeugnis für viele ihrer Landsleute, die daraufhin zu Jesus gehen. Etliche von ihnen beginnen zu glauben, dass er Gottes versprochener Retter der Welt ist. Sein Wasser stillt den Durst nach erfülltem Leben bzw. hilft vielen dabei, die Staus in ihrem Leben aufzulösen. So ist das bis heute.

Während der Verkehrsfunk Staulösungen für die Straße bekannt gibt, bietet Jesus uns Lösungen und Umleitungen für die Staus in unserem Leben an. Klar, meistens lösen sie sich nicht innerhalb von wenigen Minuten auf. Tatsache ist aber: Jesus als Stauhelfer – das funktioniert! Wer Jesu Wegbeschreibungen (die wir in der Bibel finden) befolgt, wird erleben, dass seine Wege aus dem Stau herausführen. Unzählige Menschen hat er wieder in Bewegung gebracht, die irgendwo festgefahren waren. Jesus hat immer wieder Frieden gestiftet, wo Menschen in Hass und Unversöhnlichkeit feststeckten. Und das tut er heute noch genauso. Es gibt keine Situation, die für ihn zu festgefahren ist.

Wenn Sie also das nächste Mal im Stau stecken, denken Sie daran, dass Jesus unser Staulöser ist. Er kennt und ist der Weg aus jedem Stau (Johannes 14,6). In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesegnete Urlaubszeit und freie Fahrt!

Jens Deiß

 

Quelle: http://www.feg-extertal.de/nachrichten/einzelansicht/artikel/angedacht-10/ (2017.07.01)