Allgemein

An(ge)dacht – Der Gott der Hoffnung

„Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden und Glauben.“
Römer 15, 13

Viele Menschen fragen sich angesichts der Kriege, Morde, Zerstörung, Vertreibung, Flucht, Pessimismus und Hass: Was ist nur mit der Welt und den Menschen los? In einem Gedicht von Alois Carigiet heißt es:

Ich meine, dass mir die heutige Welt
beileibe nicht samt und sonders gefällt.
Sie ist mir zu laut, ihr Atem verpestet,
die Werte sind alle zu Ende getestet.
Noch tritt mein Fuß geduldig den Staub,
auch wenn mir nichts anderes bliebe,
als auf den Lippen die Worte: ich glaub‘,
ein Quäntchen Hoffnung, ein Fünkchen Liebe.
Doch dann, nach vielen Tagen und Stunden,
hab ich die Resignation überwunden
und unsere Welt – die wir selber gemacht –
so, wie sie ist, wieder angelacht.

Wie komme ich dazu, unsere Welt, so, wie sie ist, anzulachen? Es geschieht dort, wo ich mich mit Paulus dem Gott der Hoffnung öffne. Im Römerbrief schreibt Paulus: „Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden und Glauben“ (Römer 15, 13).

Wo wir resignieren, aufgeben, uns damit abfinden wollen, dass sich doch nichts mehr zum Guten wendet, da sagt uns die Bibel: Wir dürfen hoffen. Gott hofft für uns, Gott hofft mit uns, er ist der Gott der Hoffnung. Nichts ist endgültig verloren, kein Weg für alle Zeit verbaut. Über allem und über jedem Menschenleben leuchtet das Licht der Auferstehung. Wie groß die Probleme auch sind, wir brauchen nicht die Freude am Leben zu verlieren. Wie friedlos die Welt um uns auch ist, wir können zueinander finden. Wie dunkel die Zukunft auch scheint, wir dürfen vertrauensvoll nach vorne schauen. Denn unser Gott ist der Gott der Hoffnung.

Dieter Böhm
Ehemaliger Leiter der Krelinger sozialtherapeutischen Wohngemeinschaft „Teichhaus“

Quelle: https://www.grz-krelingen.de/krelingenplus/andachten/25-andachten/193-andacht-hoffnung [2017/06/10]