Allgemein

An(ge)dacht

Euer Wort sei allezeit in Gnade, mit Salz gewürzt, so dass ihr wisst, wie ihr jedem Einzelnen antworten sollt.
Kolosser 4,6

Vor ein paar Jahren ergab eine Studie, dass der durchschnittliche Mensch ca. 16.000 Wörter pro Tag spricht. Das ist eine beträchtliche Menge, wenn wir bedenken, dass dieser Text aus ca. 500 Wörtern besteht. Doch wie schaut es aus, wenn wir ein-mal darauf achten, in welchen Zusammenhängen, auf welche Art und Weise und mit welcher Motivation wir diese Worte in unserem Alltag aus-sprechen? Dazu werden wir nun von Paulus aufgefordert. Der niederländische Evangelist Ravi Zacharias sagte ein-mal: „Es gibt fünf Evangelien: Matthäus, Markus, Lukas, Johannes und das Leben eines Christen.

Einige Menschen lesen jedoch nie die ersten vier.“ Wir werden von unseren Mitmenschen beobachtet und das wohl teilweise genauer, als uns lieb wäre. Deshalb sollten wir, neben unserem Handeln, besonders auf unsere 16.000 Wörter achten. Genau auf diese bezieht sich Paulus. Dabei fallen drei Worte auf: Gnade, Salz und Wissen.
Bereits das Erste ist dabei eine ziemliche Herausforderung. Wie oft haben wir heute schon „ungnädig“ über oder zu jemandem gesprochen? Sei es der Partner, der es wieder nicht geschafft hat seine Socken aufzuräumen, das Kind, welches strahlend mit schlammigen Schuhen im Flur steht oder der Nachbar, der den Sonntagmittag für die beste Zeit zum Rasen mähen hält. Das ist die Herausforderung! Doch wenn wir es genau betrachten, ist diese Gnade in unseren Worten nur ein Zeichen der Liebe, die Gott uns gegeben hat und die wir weiter geben sollen.

Als nächstes fordert Paulus auf, „mit Salz zu würzen“. Bis heute ist die Bedeutung des Salzes bekannt. Wenn nicht uns, dann wenigstens dem Koch, der nicht auf die bekannte „Prise Salz“ verzichten wird. Doch was hat das mit unserem Reden zu tun? Salz hat im Allgemeinen drei Eigenschaften: Zum einen kann es sehr schmerzhaft sein. Das weiß jeder, der schon einmal Salz in eine Wunde bekommen hat. Auf der anderen Seite schenkt es unserem Essen eine gewisse Würze und macht es schmackhaft. Weiter diente es vor allem früher zum Erhalten von Speisen. Für unsere Worte bedeutet das also auch verschiedenes. Wenn wir gnädig mit anderen reden sollen, heißt das nicht, dass wir Dinge, die falsch laufen, verschweigen sollen. Solche Dinge anzusprechen kann schmerzhaft sein und so brennen wie Salz in einer Wunde. Trotzdem werden diese „offenen Wunden“ danach umso besser heilen. Auf der anderen Seite können wir viel reden und den Anderen statt zum „Aufwachen“ eher zum Einschlafen bringen. Also lasst uns unsere Wörter würzen. Lasst uns so reden, dass man uns gerne zuhört. Nutzt Geschichten, persönliche Beispiele oder Bilder und werdet! Als letztes sollen unsere Worte erhalten. Doch was? Die „Wahrheit des Wortes Gottes“.

Bei alledem, was wir sprechen, dürfen wir nie vergessen, dass das Wort Gottes uns bei vielen Dingen bereits vorgibt, wie wir darüber denken und auch reden sollen. Diese Wahrheiten, die uns Gott vermittelt hat, heißt es nun zu erhalten. Wenn wir die beiden Dinge beachten, dann sollten wir am Ende wissen, wie wir „jedem Einzelnen antworten sollen“. Doch wissen wir das wirklich immer? Ich glaube, Paulus stellt uns hier vor eine große Herausforderung, bei der wir am Ende eingestehen müssen, dass wir sie ohne Gottes Hilfe nicht schaffen. Doch wir dürfen ihm vertrauen. Er wird uns die richtigen Worten in den Mund legen und durch uns sprechen. Doch das bedeutet nicht, dass wir selbst nichts machen müssen.

Tommy Rödel